Netz und Privatsphäre
Diese Seite sagt, wann NULLos ins Netz geht, wie du das Netz ein- und ausschaltest und wie wir den Netzverkehr
prüfen. Dazu gehört ehrlich auch das, was vor NULLos passiert: Die Firmware deines Rechners kann schon vor dem Start
Pakete senden.
Stand 31.10.2026, gilt ab NULLos 0.3.4. Die Quellen der Hersteller sind am 31.10.2026 abgerufen. Was mit „gemessen“
markiert ist, haben wir selbst in QEMU nachgemessen.
Die Regel: ab Werk still
Ab Werk sendet NULLos ohne dein Zutun kein einziges Paket: kein DHCP, kein DNS, keine Zeitabfrage (NTP), kein mDNS,
keine Update-Prüfung, keine Telemetrie, keine dauernde Verbindung. Das Netz kommt erst, wenn du es einschaltest.
Kommen später Netzfunktionen dazu, etwa ein automatischer Updater, dann nur so: sichtbar, abschaltbar, nur zu festen,
hier genannten Zielen wie nullos.de und ohne Gerätekennung.
Netz ein- und ausschalten
An der Konsole:
| Befehl | Wirkung |
net up | schaltet die Netzkarten ein und holt eine Adresse (DHCP, IPv6) |
net down | schaltet sie wieder aus |
net status | zeigt, ob das Netz an oder aus ist |
Ist das Netz aus, melden Programme wie dl, fz, vc oder ssh:
Netz ist aus – mit net up einschalten
Verbindungen zum eigenen Rechner (127.0.0.1, ::1) gehen immer.
net status zeigt in der ersten Zeile den Stand, zum Beispiel netz aus (einschalten: net up). Im Desktop
steht er oben rechts in der Leiste („Netz aus“). Geprüft am 31.10.2026 mit 0.3.4 in QEMU.
So prüfen wir den Netzverkehr
Wir starten NULLos in QEMU mit einer Netzkarte und schneiden jedes Paket mit, das die virtuelle Maschine sendet:
- Netz: das Benutzernetz von QEMU (
-netdev user), Karte virtio-net ohne Boot-ROM.
- Mitschnitt: direkt an der Netzkarte der VM (
filter-dump), ab dem Einschalten, als PCAP-Datei.
- Auswertung: mit
tcpdump und Wireshark.
- Vor jedem Release läuft diese Prüfung automatisch: NULLos startet, bis zur Anmeldung, dann 300 Sekunden ohne
Bedienung. Jedes Paket der VM wird gezählt. Erlaubt ist ab Werk keins.
Was man im Mitschnitt sieht und was es bedeutet:
| Adresse | Was es ist |
52:54:00:12:34:56 | die Netzkarte der VM, eine Standardadresse von QEMU |
52:55:0a:00:02:02, 52:56:00:00:00:02 | der eingebaute DHCP-Server und Router von QEMU (10.0.2.2, fe80::2) |
33:33:… | IPv6-Multicast |
ff:ff:ff:ff:ff:ff | Broadcast |
Keine dieser Adressen gehört einem Hersteller: Beim ersten Byte 52 ist das Bit „lokal vergeben“ gesetzt.
Das Benutzernetz von QEMU antwortet selbst, auf deinem Rechner, nicht aus deinem Heimnetz. QEMU könnte aber
Verbindungen über deinen Rechner nach draußen weiterleiten. Deshalb zählt die Prüfung jedes Paket, auch solche an
Adressen außerhalb des QEMU-Netzes.
Was vor NULLos ins Netz geht
Bevor NULLos startet, läuft die Firmware deines Rechners (UEFI). Viele Firmwares bringen eigene Netztreiber mit und
können schon dann Pakete senden. Das liegt außerhalb von NULLos, kein Betriebssystem kann es verhindern. Abschalten
kannst du es nur in der Firmware selbst.
| Technik | Was passiert |
| UEFI-Netzstapel (IPv4, IPv6) | die Firmware hat eigene Netztreiber und kann eine IPv6-Adresse prüfen oder eine Adresse anfragen |
| PXE-Boot, HTTP-Boot | die Firmware sucht im Netz nach einem Startabbild (DHCP, dann TFTP bzw. HTTP) |
| Wake-on-LAN | empfängt nur, sendet nichts (AMD) |
| Intel AMT (vPro) | Fernwartung unabhängig vom Betriebssystem. Noch nicht eingerichtet, kann AMT Meldungen an einen Einrichtungs-Server schicken (Intel) |
| Dell BIOSConnect | verbindet sich vor dem Start mit Dell, wenn das Betriebssystem mehrmals nicht startet. Ab Werk an (Dell) |
| HP Sure Recover | lädt vor dem Start ein Wiederherstellungsabbild aus dem Netz (HP) |
| Apple Mac | geht vor macOS laut Apple nur für die Wiederherstellung und Neuinstallation ins Netz (Apple) |
In QEMU (gemessen)
In QEMU ist die Firmware OVMF aus dem Projekt TianoCore/EDK II. Sie kommt mit QEMU mit (bei Homebrew die Datei
edk2-x86_64-code.fd) und bringt einen eigenen Treiber für virtio-net und einen eigenen Netzstapel mit. Bevor
NULLos läuft, sendet sie zwei IPv6-Pakete: eine Multicast-Anmeldung (MLD) und eine Prüfung der eigenen Adresse (DAD).
Abschalten lässt sich das mit einer Zusatzoption für QEMU
(OVMF-Doku):
-fw_cfg name=opt/org.tianocore/IPv6Support,string=no
Gemessen am 31.10.2026 mit QEMU 11.1.2: ohne die Option zwei Pakete vor NULLos, mit ihr keins. Ganz ohne Netzkarte
startest du QEMU mit -nic none.
Schalter je Hersteller
Die Menüs unterscheiden sich je Modell und Firmware-Fassung. Jede Zeile gilt für das genannte Handbuch. „unbekannt“
heißt: Das Handbuch nennt den Wert ab Werk nicht.
| Hersteller (Handbuch) | Menü | Schalter | ab Werk |
| ASUS (ROG STRIX B760, 2023) | Advanced → Network Stack Configuration | Network Stack: Disabled | unbekannt |
| MSI (Intel 700) | SETTINGS → Advanced → Integrated Peripherals | Network Stack: Disabled, LAN Option ROM: Disabled | unbekannt |
| Gigabyte (GA-B560M-D3P) | Settings → IO Ports → Network Stack Configuration | Network Stack: Disabled | aus |
| ASRock (TRX50) | Advanced → Network Stack Configuration | Network Stack: disable | unbekannt |
| Dell (Latitude 5550) | Connection | Enable UEFI Network Stack aus; Integrated NIC ohne PXE | an; mit PXE |
| Dell (Latitude 5550) | Update, Recovery | BIOSConnect aus | an |
| HP (Business-PCs, Handbuch von 2016) | Advanced → Boot Options | Network (PXE) Boot abwählen | an |
| HP (dasselbe) | Advanced → Remote Management Options | Active Management Technology (AMT) abwählen | an |
| Lenovo ThinkPad | Config → Network | UEFI IPv4 Network Stack: Off, UEFI IPv6 Network Stack: Off | an |
| Lenovo ThinkPad | Config → Network | Lenovo Cloud Services: Off | an |
| Intel NUC | Advanced → Add-In Config → Network Stack Configuration | Network Stack aus; Boot → Boot Priority → Network Boot: Disable | unbekannt |
| Intel AMT (ab Release 12) | MEBx | Intel AMT: Disabled | unbekannt |
| Raspberry Pi 4/5 | rpi-eeprom-config --edit | in BOOT_ORDER keine 2 und keine 7; NET_INSTALL_ENABLED=0 | Netz-Installation an (Pi 4B, Pi 5, Tastatur-Modelle) |
| QEMU | Kommandozeile | -nic none oder die OVMF-Option oben | Netzkarte an |
| VirtualBox | Settings → System → Motherboard → Boot Order | Network abwählen | Netzkarte an (NAT) |
| VMware Workstation 17 | VM → Settings → Netzwerkadapter | Connect at power on abwählen | unbekannt |
Nicht gefunden haben wir eine offizielle Anleitung für VMware Fusion und für UTM ohne Netzgerät.
Wenn sich etwas nicht abschalten lässt
Manche Funktionen lassen sich nicht oder nur teilweise abschalten, zum Beispiel Intel AMT vor Release 12. Willst du
sicher sein, schneide den Verkehr an deinem Router mit, wenn er das kann, oder an einem zweiten Rechner, und schau,
was dein Rechner sendet, bevor und nachdem NULLos startet.